Das Gedächtnis – mehr als nur eine empfindliche Speichereinheit des Menschen

Unser Gehirn ist dafür verantwortlich, dass Informationen und Erfahrungen, die wir im Laufe der Zeit sammeln, in unserem Gedächtnis abgespeichert werden. Damit der sogenannte „Input“ nicht überhandnimmt, wird zwischen wichtigen und unwichtigen Reizen aus der Umwelt unterschieden. Denn nicht jede Information besitzt den gleichen Stellenwert und wird nach seiner Wichtigkeit hin unterschieden und an verschiedenen Orten im Gehirn abgespeichert.

Kurz- und Langzeitgedächtnis

Es gibt Erfahrungen im Leben, die möchten wir gerne vergessen, sollten es jedoch auf keinen Fall machen. Das können zum Bespiel schmerzhafte Erinnerungen sein, ein Sturz, das einklemmen der Finger in den Türspalt oder eine Verbrennung an der heißen Herdplatte. Um den Körper vor einem nochmaligen Unfall zu schützen, werden diese Erinnerungen als wichtig eingestuft. Der Mensch lernt, Hitze kann sehr wehtun und meidet sie in Zukunft. Solche existenziellen Erinnerungen werden also im Langzeitgedächtnis abgespeichert, um jederzeit wieder abgerufen werden zu können.

Andere Erinnerungen jedoch sind harmlos, sofern sie nur im Kurzzeitgedächtnis zwischengelagert werden, um nach nochmaliger Überprüfung dann getrost vergessen werden können. Denn wer nicht vergisst, sammelt mit der Zeit zu viel Informationen an, was auf Dauer sogar ungesund wird.

Doch mit dem Abspeichern der einzelnen Informationen in der passenden Region ist es nicht getan. Denn um von diesen auch profitieren zu können, müssen sie zum Beispiel mit Emotionen, also Gefühlen, angereichert und dank der immer wieder neu vom Gehirn aufgebauten Synapsen miteinander verknüpft werden. Erst jetzt sind das Abrufen und das erlernte Verhalten möglich.

Unterschiede zwischen Konzentrationsschwäche und Alzheimer

Es gibt zahlreiche Erkrankungen des Gedächtnisses, die, sofern nicht vererbt, meist mit zunehmendem Alter auftreten. Alters-Demenz ist ein gutes Beispiel dafür. Wobei hier zwischen dem „normalen“ Alterungsprozess und dem dementsprechenden Vergessen und einer ernsthaften Erkrankung unterschieden werden muss.

Es ist ganz normal, dass man mit den Jahren anfängt, Dinge schneller zu vergessen. Das ist ganz normal und sollte erst einmal nicht überbewertet werden. Meist kommt dies zustande, wenn der Mensch gestresst ist und schlecht schlafen kann. Denn in der Nacht verarbeitet das Gehirn die Ereignisse des Tages und legt sie in dem entsprechenden Gedächtnis ab. Wird es dabei gestört, kann eine Information fehlgeleitet werden.
Um optimal arbeiten zu können, benötigt das Gehirn genügend Energie und entsprechende Nährstoffe. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse kann einem frühzeitigen Vergessen vorbeugen.

Aber auch ein regelmäßiges Training kann dem Gedächtnis auf die Sprünge verhelfen. Kreuzworträtsel oder Denksport-Aufgaben sowie das Erlernen einer neuen Sprache sind dafür gut geeignet.

Wenn es sich um eine ernsthafte Erkrankung wie Alzheimer oder der meist weiterführenden Demenz handelt, werden im Verlauf der Krankheit Nervenzellen abgebaut. Die strukturelle organische Veränderung des Gehirns hat zum Beispiel eine intellektuelle Einschränkung in unterschiedlichen Bereichen des Gehirns zur Folge. Es werden nicht einfach nur einzelne Wörter vergessen oder der Schlüssel liegengelassen, sondern komplexere Abläufe, Menschen oder Orte werden nicht mehr erkannt und Zeiträume durcheinandergebracht.
Um sicherzugehen, dass es sich bei den Patienten nur um ein altersbedingtes Vergessen handelt, sollte bei wiederholtem Auftreten ein Facharzt aufgesucht werden. Denn auch wenn sich viele Betroffene vor der Diagnose fürchten und sich dementsprechend nicht untersuchen lassen, so sollte doch bedacht werden, dass es heute sehr gute Medikamente gibt, die eine fortschreitende Demenz herauszögern kann. Sofern diese rechtzeitig erkannt wird.

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